Restaurierung Tischlerei Pawelleck

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Begriffsdefinitionen in der praktische Denkmalpflege

  • ALTERNLASSEN
    Akzeptieren des natürlichen Alterungsprozesses bis hin zum vollständigen Verfall
  • PFLEGEN
    Akzeptieren des natürlichen Alterungsprozesses, versucht diesen jedoch zu verlangsamen
  • KONSERVIEREN (lat. bewahren)
    Erhaltung des materiellen Bestandes, Maßnahmen verhindern weiteren Substanzverlust
  • RESTAURIEREN (lat. wiederherstellen)
    Behutsame Eingriffe oder Reparaturen bei größtmöglicher Substanzerhaltung

 


Restaurierung allgemein


 vor bzw. nach erfolgter
Restaurierung
Restaurieren bedeutet das Alter zu respektieren. Es muss immer individuell entschieden werden, was bei der Aufarbeitung ergänzt und stilgerecht verändert werden darf.
Der Übergang von Vergänlichkeit, Zerfall und Würde des Alters kann dabei nicht eindeutig definiert werden.

Ziel ist eine sensible Wiederherstellung, keine substanzvernichtende Erneuerung. Die radikale Beseitigung von Gebrauchsspuren zerstört den Charakter und damit auch den Wert des Kulturgutes.


Beim Restaurieren werden mehr als nur die handwerklichen Fähigkeiten gefordert. Alte Techniken und Materialien ermöglichen eine einfühlsame Anpassung an die Stilgeschichte. Es werden nicht immer schnelle und einfache Arbeitsmethoden gewählt, sondern eher aufwendige und manuelle Methoden. Sie sind stilgerecht und erhalten und sichern das Material und damit den Wert der Möbel.

 
Hasen- und
Knochenleim
 

Ein gutes Beispiel dafür ist die Verwendung von Knochenleim.
Es gibt keine Möbel aus dem 18. Jahrhundert, die nicht mit diesem Leim zusammengefügt sind. Dieser muss durch Auflösen und Erwärmen gebrauchsfähig gemacht werden. Er ist reversibel, d. h. eine Verleimung kann später wieder unter Einsatz von Wärme gelöst werden, ohne das Holz zu beschädigen. Im Gegensatz zu den handelsüblichen Weißleimen, lassen sich spätere Reparaturen leichter bewerkstelligen. Der Leim trocknet trotzdem hart und fest auf, ohne eine Kunststoffhaut auf dem Holz zu bilden. Da er relativ schnell nach dem Auftragen geliert, werden die zu verleimenden Stücke erwärmt. Man gewinnt Zeit, um die Stücke ausreichend zu fixieren. Diese Leimtechnik ist wesentlich aufwendiger als moderne Weißleimverwendung (Kunstharzleime).

Früher wurden die Möbel wieder in einem makellosen Zustand restauriert. Alle Gebrauchs- und Altersspuren wurden radikal weggeschliffen und zulackiert. Der Charakter des alten Möbels, die über Generationen entstandene Patina, ging dabei verloren. Bei Fachleuten gibt es inzwischen ein Umdenken. Das Alter der Möbel wird respektiert. Die Restaurierungen werden wieder sensibel durchgeführt, um nicht die Originalsubstanz zu zerstören.

Patina ist die natürliche gealterte Oberfläche
Eine über Jahre entstandene Holzverfärbung und deren Oberflächenversiegelung
durch äußere Umgebungseinflüsse wie: Licht, Luft, Staub und Gebrauch verändert

Marmor bei Kommoden,
Konsolen o. Tischen
 
Beschläge,
Schlüssel u. Kastenschloss
 
Intarsien mit tierischen
o. metallischen Materialien.
 
Geflecht bzw. Ledereinsatz
mit Goldprägung

 

 

 

 

 

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